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Wissenswertes: Cuba Libre - Ein Schluck Freiheit

Dieser Text wurde im Rahmen des Arbeitsintegrationsprogramms von Parterre Tangram von einer am Programm teilnehmenden Person recherchiert, verfasst und auf der Website publiziert.

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Kaum ein anderer Cocktail ist so eng mit dem Kampf um Unabhängigkeit verknüpft wie der Cuba Libre. Gerade vielleicht wegen seiner Einfachheit ist er auch heute noch beliebt und geschätzt in Bars in aller Welt – so auch im Parterre One, wo er mit einer frischen Scheibe Limette serviert wird.

Die Ursprünge des Cuba Libre gehen dabei auf das ausgehende 19. Jahrhundert zurück und Kubas Kampf um die Unabhängigkeit von Spanien, der vor allem durch Napoleons Unterwerfung des spanischen Mutterlandes und den bereits erfolgreichen Unabhängigkeitsbewegungen in Südamerika (z.B. unter Simón Bolívar) angefacht wurde.

Dazu kamen ebenfalls eine hohe und ungerechte Steuerlast sowie fehlende Mitwirkungsmöglichkeiten der kubanischen Bevölkerung an Politik und Verwaltung. Als die nach Napoleons Fall wieder eingesetzte spanische Regierung ihnen die geforderten und längst überfälligen Reformen verweigerte, griff die kubanische Bevölkerung zur Rebellion. Aus geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen unterstützte die USA bereits hier die Kubaner in ihrem Bestreben.

Die Auseinandersetzungen mündeten schliesslich in den Spanisch-Amerikanischen Krieg, bei dem es praktisch um die Vorherrschaft in den Kolonien ging, und damit um Dominanz auf dem Weltmarkt. Immerhin hatten die USA nach einem politischen Kurswechsel selbst ein Auge auf die Karibik geworfen und hofften, dort die Spanier als dominierende Macht abzulösen.

Der Spanisch-Amerikanische Krieg dauerte gerade mal 3 Monate und ein paar Wochen – Spanien anerkannte schliesslich seine Niederlage angesichts seiner hohen Verluste, und musste im Zuge des Friedensvertrags von Paris seine Kolonien an die USA abtreten und Kuba offiziell in die Unabhängigkeit entlassen.

Wobei, "Unabhängigkeit" ist in diesem Fall eher relativ. Denn nun war Kuba zwar offiziell keine Kolonie mehr und de jure ein eigenständiger Staat, doch praktisch unter der Kontrolle der USA, vor allem wirtschaftlich. Auch nach einer weiteren Revolution Ende der 1950er Jahre durch die Truppen Fidel Castros hat sich daran an sich nichts geändert – Kubas Alltag und seine Politik sind immer noch durch die USA beeinflusst, nur jetzt durch das seit 1960 bestehende Embargo.

Und wie passt der Cuba Libre nun in diese historischen Entwicklungen?

Mit dem grösser werdenden Einfluss der USA auf Kuba nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg, um die Jahrhundertwende, kam schliesslich auch Cola auf die Insel. Doch wer genau mit der Erfindung des Drinks in Verbindung steht, das lässt sich heute wohl kaum noch sagen. Auch hier gibt mehrere Legenden - eine davon dreht sich um den damaligen Werbemanager von Bacardi, Fausto Rodriguez. Er soll dabei gewesen sein, als der allererste Cuba Libre servierte wurde, und wies dafür sogar ein notariell beglaubigtes Attest vor. Eine andere Legende besagt, dass der allererste Cuba Libre 1902 ausgeschenkt worden sein soll, zum Jubiläum der kubanischen Unabhängigkeit.

Der Name aber wurde vermutlich von einem ähnlich aussehenden Getränk übernommen, das es zur Zeit des kubanischen Unabhängigkeitskrieges bereits gab, jedoch aus Wasser und braunem Zucker bestand. Zudem war "Cuba Libre!" der Schlachtruf der kubanischen Unabhängigkeitsbewegung, und mit dem Getränk sollte daran erinnert werden.

Auf Grund seiner weit verbreiteten Zutaten wurde der Cuba Libre schnell beliebt, auch in den USA, und ist es heute noch – und wird immer wieder neu erfunden, sei es mit einer anderen Cola-Marke, oder einem anderen, dunkleren Rum, oder Zusätzen wie etwa Bitterlikören.

Ein sommerlicher Genuss alleweil!

Chinchín!

 


08.07.2021

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