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Meet The Team: Interview mit Küchenchefin Robertina Jeno

Meet the team - hier bringen wir Euch die Leute hinter den Betrieben etwas näher. Wolltet ihr immer schon mal wissen, wer für die Acts zuständig ist? Oder wer für einen reibungslosen Ablauf im Betrieb? Dann lasst euch die Interviews nicht entgehen...

Heute stellen wir Euch Robertina Jeno vor, die als Küchenchefin im Paseo mit viel Freude an der Aufgabe nicht nur ihr Wissen an Teilnehmerinnen im Restaurant weitergibt, sondern auch aus manchmal schon fast vergessenen Lebensmitteln herrliches auf den Teller zaubert.

 

Allgemeine Fragen

1) Beschreibe Dich in 3 Worten

Geduldig, diplomatisch, kreativ.

 

2) Was sind Deiner Meinung nach Deine Stärken im Arbeitsalltag?

Geduld auf jeden Fall. Damit kommt man am besten vorwärts. Man hat mir schon des Öfteren gesagt, dass ich eine gewisse Ruhe ausstrahle in der Küche, und das hilft generell in der Zusammenarbeit mit anderen.

 

3) Wie lange arbeitest Du schon hier?

Seit August 2020, seit das Paseo als Trainingsrestaurant wieder aufgemacht hat. Allerdings wegen Corona hatten wir leider noch nicht so die Möglichkeit uns zu beweisen, aber wir haben inzwischen bereits einige Stammkunden, auf die wir uns schon freuen, wenn wir bald neu durchstarten können.

 

4) Wie bist Du zu uns gekommen? Respektive, was hast Du vorher gemacht?

Ich hab mich ursprünglich spontan auf einen Stellenausschrieb für das Parterre One beworben. Dann hat mich eine Arbeitsagogin aus der Arbeitsintegrationsabteilung angerufen und gefragt, ob ich Interesse hätte, als Küchenchefin beim Paseo einzusteigen. Mir hat die Idee hinter dem Trainings- und Frauenrestaurant sofort gefallen und mich überzeugt, weshalb ich gleich zugesagt hatte.

Vor dem ersten Lockdown war ich ein Jahr lang am Bielersee und kam aber zurück nach Basel, nachdem dort einiges schief lief. Während des Lockdowns war ich auf Arbeitssuche wie viele andere auch, dann hatte ich Glück und bin heute hier.

 

5) Wie lautet Dein Arbeitsmotto?

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ Gutes Beispiel hier ist das Mis-en-Place. Ich kann mir selber einen Gefallen machen, wenn ich gewisse Sachen schon vorher er-ledigen kann, damit es am nächsten Tag vorbereitet ist. Man sollte die Zeit definitiv gut nutzen.

„Du kannst nicht jeden glücklich machen, du machst dich damit nur verrückt.“ Eine Erfahrung, die ich in der Sterne-Gastronomie gelernt habe, und die für mich sehr wichtig im Berufsleben erscheint.

 

6) Was begeistert/fasziniert Dich an Deiner Aufgabe?

Einerseits finde ich an meiner aktuellen Aufgabe die Zusammenarbeit mit den Teilnehmerinnen sehr spannend, da ich so eine Arbeitsform vorher nicht kannte und ich bin offen für Neues.

Andererseits ist es aber auch sehr faszinierend, was man in der Küche alles aus einfachen, teilweise vergessenen Lebensmitteln zaubern und damit den Gästen eine fast schon unvergessliche Freude bereiten kann.

 

7) Gibt es ein Ereignis im Arbeitsalltag, an das Du gerne zurückdenkst?

Da gibt es unzählige, vor allem aus der gehobenen Gastronomie.

Im Gegensatz dazu hat es mir im Catering überraschenderweise sehr gut gefallen, dass da jeden Tag eine andere Aufgabe auf dich zukam, dass du dich jeden Tag wieder auf ein neues Umfeld und neue Abläufe einstellen musstest. In der Sterneküche läuft das anders, da hast du fast jeden Tag das gleiche Programm.

Beim Paseo ist es weniger der Rückblick, sondern mehr das Vorausschauen. Das Konzept des Trainingsrestaurants ist toll, mit viel Potenzial und wir freuen uns schon darauf, es weiter auszubauen beziehungsweise zu entwickeln. Ich denke aber gerne daran zurück, was für großartige Kolleginnen ich durch das Paseo kennenlernen durfte.

 

8) Wer hat Dich bisher in Deiner beruflichen Laufbahn am meisten geprägt?

Erik Schröter.

Wir haben viele Jahre zusammengearbeitet, auch vor allem in der Sterneküche. In diesen Jahren habe unheimlich viel von ihm gelernt und dafür bin ich dankbar.

Ich habe vor allem viel von seiner Philosophie behalten – frisch kochen, viel Gemüse und benutzen, was uns die Natur schenkt.

 

9) Was macht Dir beim Coaching einer Teilnehmerin am meisten Freude?

Es ist schön zu sehen, wenn die Teilnehmerinnen etwas lernen und auch umsetzen, dadurch die Neugierde und die Motivation in sich wecken, um noch mehr zu lernen zu wollen.

Wir haben z. B. eine Teilnehmerin im Service, die ständig Fragen stellt, auch was die Küche betrifft, weil sie neugierig ist und so viel wie möglich lernen möchte, solange sie bei uns ist. Das ist Freude pur.

 

10) Welche Superkraft wäre Dir bei Deiner jetzigen Aufgabe hilfreich?

Schnelligkeit – manchmal wäre es praktisch, blitzschnell zu sein.

Oder Zeit anhalten können – die Zeit ist in der Küche oft der grösste Feind, je nachdem wie viele Gäste wie viele verschiedene Gerichte bestellt haben.

 

11) Kochen ist dein Beruf - kochst Du auch zu Hause gerne, oder lässt da andere für Dich kochen?

Ich koche auch zu Hause gerne, vor allem was ich sonst nicht im Restaurant koche, oft einfache Sachen.

 

12) Was wolltest du als Kind werden, wenn Du gross bist?

Als Erstes wollt ich Architektin werden. Ich hab schon als 10- oder 11-jährige Häuser gezeichnet, mit meinem Vater als Vorbild, der Designer war.

Als Teenie wollt ich dann Pilotin werden, wurde aber wegen meiner Sehschwäche abgelehnt. Eine Laserbehandlung hätte zwar was gebracht, aber bis das ganz behoben ist, kann es Jahre dauern, und dann wäre es auch schon zu spät gewesen für die Ausbildung.

Danach wollt ich Neurochirurgin werden, aber der Traum ist wegen „schulischer Demotivation“ geplatzt.

Studiert hab ich dann Arabistik und immerhin 2 Semester geschafft. Aber ich habe relativ früh erkannt, dass ich dadurch nur in Richtung Archäologie gehen könnte und mit einem Zahnstocher in der Wüste einen auf Indiana Jones machen war nie mein Traumgedanke.

Dann bin ich bei einem Sommerjob in einem Gourmetrestaurant auf den Geschmack gekommen, eine Ausbildung als Köchin zu machen.

 

13) Was ist das ungewöhnlichste, das Du bisher gegessen hast?

Sicherlich einmal die Knolle vom Sauerklee. Die ist total lecker, und die Schale kann quietschpink sein bei denen.

Dann definitiv Johannisholz, daraus lässt sich ein Fond kochen, aus dem man zum Beispiel Sorbet machen kann. Sehr interessant und schmackhaft.

Und Austernwasser. Das entsteht, wenn man die geöffnete Auster etwa eine Stunde stehen lässt (im Prinzip lässt die Auster Wasser). Daraus haben wir mal Austernwasser-Eis gemacht. Sehr lecker.

 

14) Was ist deine Lieblingsapp?

Instagram. Ist einerseits spannend, weil sich dort Künstler präsentieren können. Und andererseits ist es auch Inspiration, gerade was Food, Fotografie und Künstlerisches angeht.

 

15) Wenn Du die Möglichkeit hättest, würdest Du ins All reisen?

Nein.

Es wäre zwar spannend, die Erde einmal von draussen zu sehen, aber die Technik und die Menschen sind noch nicht so weit.

 

16) Welches Wort benutzt Du viel zu oft?

„einer für sich“

„eigentlich“

„im Prinzip“

 

17) Was ist deine Lieblingsserie - oder eine die Du immer wieder gerne schaust?

Definitiv „Game of Thrones“. Vor allem wegen der Story und auch die visuelle Umsetzung in der Serie. Aber auch die Bücher sind genial geschrieben!

 

18) Wenn Du eine Sache auf der Welt verändern könntest, was wäre das?

Eigentlich gibt es da zwei Aspekte, die zusammenhängen.

In der heutigen Welt würde ich den Grundgedanken von Rassismus abschaffen, da ich es unverständlich finde, wie man auf anders aussehende Menschen herabblicken kann, beziehungsweise warum nimmt man sich das Recht, sich besser darzustellen als andere, nur wegen der Herkunft oder der Hautfarbe.

Und wenn wir in der Zeit reisen könnten, dann würde ich in der Vergangenheit die Macht und den Einfluss der Religion aufheben, da sie immer wieder die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft zurückgehalten und verhindert hat.

 

Entweder-Oder:

19) Teleportation oder Fliegen?

Fliegen.

 

20) Eiscreme oder Torte?

Eiscreme. Am liebsten die Sorten dunkle Schokolade, echte Pistazie, oder Joghurt. Mache ich mir auch gerne selber.

 

21) Schokolade oder Gummibärchen?

Schokolade. Meine Lieblingssorte ist Valrhona, eine französische Marke, die vor allem in der Patisserie verwendet wird. Man kann sie unter anderem auch bei Hieber finden.


11.03.2021

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